Am Tresen: Wie der Schatz des Kaufmanns zum Schanktisch wurde

Ein Tresen ist ein Ladentisch oder eine Theke, an der in Geschäften, Kneipen oder Gaststätten bedient, ausgeschenkt oder bezahlt wird. Das Wort ist vor allem in Norddeutschland verbreitet.

Am Tresen einer Kneipe wird gezapft, gelacht und manchmal das Herz ausgeschüttet. Am Tresen erfährt man oft mehr Neuigkeiten als aus jeder Zeitung. Das Wort klingt norddeutsch und ist es auch: Im Süden sagt man eher Theke, in Österreich Budel.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Tresenmaskulin
Genitivdes TresensEndung -s
Pluraldie Tresenendungslos
KompositaEmpfangstresen, Kneipentresenhäufig
SynonymeTheke, Schanktisch, Budel (österr.)regional verschieden

Beispiele

Vom Schatz zum Schanktisch

Der Tresen hat eine erstaunliche Herkunft. Er geht über das Mittelniederdeutsche *trese* auf das lateinische *thēsaurus* „Schatz, Schatzkammer“ zurück. Ursprünglich war damit ein verschließbarer Kasten oder Schrank für Geld und Wertsachen gemeint – also genau der Ort, an dem im Laden die Einnahmen lagen. Mit dem Wort Tresor ist der Tresen deshalb eng verwandt: Beide stammen vom selben lateinischen Schatz ab. Aus dem Geldkasten wurde mit der Zeit der ganze Verkaufstisch.

Was ist der Unterschied zwischen Tresen und Theke?

Inhaltlich keiner. Tresen ist eher norddeutsch, Theke im ganzen Sprachraum verbreitet.

Wie sagt man in Österreich?

Dort heißt der Ladentisch traditionell die Budel, in der Gastronomie auch Schank. Bezahlt wird oft an der Kasse.

Quellen

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