Stoff: vom Kleiderstoff bis zum Lernstoff
Stoff ist gewebtes Material für Kleidung, aber auch eine chemische Substanz und der Inhalt, über den man lernt oder schreibt. Umgangssprachlich meint es Drogen oder Alkohol.
Der Stoff ist ein Wort mit erstaunlicher Spannweite: Schneiderinnen, Chemiker und Lehrer benutzen es täglich, und doch meint jeder etwas anderes. Aus Stoff ist ein Kleid gemacht, aus Stoffen die ganze Welt. Die Grundidee ist immer ein Material, aus dem etwas entsteht.
- Gewebe, Textil. *Der Stoff fühlt sich weich an.*
- Substanz, Materie. *Wasser ist ein lebenswichtiger Stoff.*
- Thema, Inhalt. *Der Stoff für die Prüfung ist umfangreich.*
- Drogen oder Alkohol (salopp). *Er war auf der Suche nach Stoff.*
Formen und Komposita
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Stoff | der blaue Stoff |
| Genitiv | des Stoff(e)s | die Farbe des Stoffes |
| Plural | die Stoffe | chemische Stoffe |
| Kompositum | der Sauerstoff | Sauerstoff atmen |
| Kompositum | der Lernstoff | viel Lernstoff |
Beispiele
- Der Roman bietet Stoff für einen Film.Bedeutung „Vorlage, Inhalt“, oft in Kultur und Medien.
- Bei der Hitze braucht man luftige Stoffe.Plural bei verschiedenen Textilarten.
- Gib dem Auto Stoff!Salopp: Gas geben, beschleunigen.
Herkunft
Das Wort kam im 17. Jahrhundert über das Mittelniederländische aus altfranzösisch *estoffe* „Material, Vorrat“ ins Deutsche. Ursprünglich war also Rohmaterial gemeint, die Bedeutung Textil kam erst später dazu. In der Chemie sprechen wir von *Sauerstoff*, *Wasserstoff* und *Kohlenstoff* – Lehnübersetzungen, die bewusst deutsche statt lateinischer Namen schufen.