Staat: Was ein Gemeinwesen ausmacht
Ein Staat ist eine politische Gemeinschaft mit einem Staatsgebiet, einem Staatsvolk und einer Staatsgewalt. Veraltet bedeutet „Staat“ auch Prunk oder festliche Kleidung.
Der Staat ist das Gerüst, in dem Gesetze gelten, Steuern erhoben und Schulen betrieben werden. Nach der klassischen Drei-Elemente-Lehre braucht jeder Staat ein Gebiet, ein Volk und eine Gewalt, die beides ordnet. Diese Definition prägte der Staatsrechtler Georg Jellinek um 1900.
- Politisches Gemeinwesen. *Deutschland ist ein demokratischer Staat.*
- Regierung und Behörden. *Der Staat fördert erneuerbare Energien.*
- Gliedstaat. *Texas ist ein Staat der USA.*
- Prunk, Festkleidung (veraltet). *Sie warf sich in Staat.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Staat | ein freier Staat |
| Genitiv | des Staat(e)s | die Aufgaben des Staates |
| Plural | die Staaten | die Vereinigten Staaten |
| Adjektiv | staatlich | eine staatliche Schule |
| Kompositum | der Bundesstaat | Österreich ist ein Bundesstaat |
Beispiele
- Vater Staat greift tief in die Tasche.Ironisch-umgangssprachlich für den Staat als Steuereintreiber.
- Mit diesem Auto ist kein Staat zu machen.Veraltete Wendung: damit kann man nicht glänzen.
- Er ist in die Staaten ausgewandert.„Die Staaten“ steht umgangssprachlich für die USA.
Herkunft
Staat kommt von lateinisch *status* „Stand, Zustand“. Im Spätmittelalter meinte das Wort zunächst den Stand und Aufwand eines Fürsten, also seinen Hofstaat und Prunk. Erst ab dem 17. Jahrhundert setzte sich nach französischem und italienischem Vorbild (*état*, *stato*) die heutige Bedeutung Gemeinwesen durch. Die alte Bedeutung lebt in „sich in Staat werfen“ weiter.