Bürger: vom Burgbewohner zum Staatsbürger
Ein Bürger ist ein Mitglied eines Staates oder einer Gemeinde mit Rechten und Pflichten. Historisch war damit der freie Bewohner einer Stadt gemeint, im Gegensatz zu Adel und Bauern.
Der Bürger trägt die Burg schon im Namen. Ursprünglich war ein Bürger einfach jemand, der hinter schützenden Mauern lebte. Daraus wurde der freie Stadtbewohner des Mittelalters und schließlich der Staatsbürger der Demokratie.
- Staatsangehöriger mit Rechten und Pflichten. *Alle Bürger dürfen wählen.*
- Einwohner einer Gemeinde. *Die Bürger der Stadt protestierten gegen den Neubau.*
- Angehöriger des Bürgertums. *Thomas Mann beschrieb das Leben wohlhabender Bürger.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Bürger | ein mündiger Bürger |
| Genitiv | des Bürgers | die Rechte des Bürgers |
| Plural | die Bürger | Bürgerinnen und Bürger |
| Feminin | die Bürgerin | eine engagierte Bürgerin |
| Adjektiv | bürgerlich | das Bürgerliche Gesetzbuch |
Beispiele
- Liebe Bürgerinnen und Bürger!Übliche Anrede in Reden; die Doppelform ist heute Standard.
- Die bürgerlichen Parteien gewannen die Wahl.In der Schweiz und Österreich meint „bürgerlich“ politisch Mitte-rechts.
- Er stammt aus gutbürgerlichem Haus.„Gutbürgerlich“ auch auf Speisekarten: deftige Hausmannskost.
Herkunft und Wortfamilie
Althochdeutsch *burgāri* bezeichnete den Bewohner einer *burg*, was damals auch eine befestigte Siedlung meinte. Mit dem Aufstieg der Städte wurde der Bürger zum Inbegriff von Handel, Handwerk und Selbstverwaltung – „Stadtluft macht frei“. Verwandt sind *Bürgermeister*, *Bürgschaft* und *Bürgersteig*. Der Bürger der Neuzeit ist Teil eines Staates und besitzt Grundrechte.
Was ist der Unterschied zwischen Bürger und Einwohner?
Einwohner ist jeder, der in einer Stadt wohnt. Bürger betont Rechte wie das Wahlrecht.
Was bedeutet „Bürgersteig“?
Den Gehweg neben der Straße. Er war ursprünglich der gepflasterte Weg für die Fußgänger der Stadt.