Ruhe, bitte! Stille, Erholung und innere Gelassenheit
Ruhe bezeichnet einen Zustand ohne Lärm, Bewegung oder Störung, aber auch Erholung und innere Gelassenheit. Als Ausruf „Ruhe!“ fordert das Wort zum Schweigen auf.
Manche wünschen sich Ruhe nach einem langen Tag, andere rufen sie in ein lautes Klassenzimmer. Das Wort deckt äußere Stille ebenso ab wie den inneren Zustand eines Menschen, der sich nicht aus der Fassung bringen lässt. Wer „die Ruhe weghat“, bleibt gelassen, selbst wenn um ihn herum alles hektisch wird.
- Stille, Abwesenheit von Lärm. *Nachts herrscht hier absolute Ruhe.*
- Erholung, Entspannung. *Der Arzt verordnete ihm drei Tage Ruhe.*
- Gelassenheit, Fassung. *Sie bewahrte die Ruhe.*
- Ungestörtheit. *Lass mich in Ruhe!*
Formen und Komposita
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | die Ruhe (feminin) | die nötige Ruhe |
| Plural | kein Plural | — |
| Verb | ruhen | Die Arbeit ruht. |
| Adjektiv | ruhig | ein ruhiger Ort |
| Kompositum | der Ruhestand | in den Ruhestand gehen |
Beispielsätze
- Ruhe, bitte!Knapper Ausruf, etwa im Theater oder Gericht.
- Immer mit der Ruhe!Beschwichtigend: keine Eile.
- Ruhe in Frieden.Formel auf Grabsteinen und in Nachrufen.
Redewendungen
- Die Ruhe vor dem Sturm – trügerische Stille vor großer Aufregung.
- Jemanden in Ruhe lassen – nicht stören, nicht belästigen.
- Zur Ruhe kommen – sich beruhigen, Frieden finden.
- Sich zur Ruhe setzen – in Rente gehen.
- Die Ruhe selbst sein – völlig gelassen sein.
Was ist ein Ruhetag?
Ein Tag, an dem ein Restaurant oder Geschäft regelmäßig geschlossen hat, etwa „Montag Ruhetag“.
Was bedeutet Ruhestand?
Die Zeit nach dem Ende des Berufslebens, besonders bei Beamten. Man ist dann „im Ruhestand“ oder umgangssprachlich in Rente.
Ist Ruhe dasselbe wie Stille?
Nicht ganz. Stille meint nur das Fehlen von Geräuschen. Ruhe kann auch Entspannung oder Gelassenheit bedeuten: Man kann mitten im Lärm innere Ruhe haben. Für eine kurze Unterbrechung der Arbeit sagt man eher Pause.