Routine: Segen der Erfahrung oder Fluch der Gewohnheit?

Routine ist die durch lange Übung gewonnene Fertigkeit, etwas sicher und schnell zu erledigen. Zugleich bezeichnet das Wort einen gleichförmigen, eingespielten Ablauf, der leicht eintönig wird.

Routine hat zwei Gesichter. Einerseits ist sie ein Zeichen von Erfahrung: Ein Chirurg mit viel Routine arbeitet ruhig und sicher. Andererseits kann sie lähmen, wenn jeder Tag gleich aussieht. Routine ist gut, solange man sie beherrscht – schlecht wird sie, wenn sie einen beherrscht. Im Alltag gibt sie vielen Menschen Halt.

Formen und Wortfamilie

WortFormBeispiel
Genusdie Routinefeminin; gesprochen [ruˈtiːnə]
Pluraldie Routinentägliche Routinen
Adjektivroutiniertein routinierter Fahrer
Adverbroutinemäßigroutinemäßig überprüft
KompositaRoutinekontrolle, Morgenroutine, Routinearbeitsehr gebräuchlich

Beispielsätze

Herkunft: der eingefahrene Weg

Das Wort ist aus dem Französischen entlehnt. Französisch *routine* ist eine Ableitung von *route*, „Weg, Straße“: Routine ist also der Weg, den man so oft gegangen ist, dass man ihn nicht mehr bewusst wählt. *Route* selbst stammt von lateinisch *(via) rupta*, „gebrochener, gebahnter Weg“ – eine Schneise, die man durch Wald oder Fels geschlagen hatte. Das Bild passt bis heute: Wer in seiner Routine feststeckt, fährt im eingefahrenen Gleis. Ähnlich ist der Ablauf, den man ohne Nachdenken wiederholt.

Ist Routine etwas Positives?

Kommt darauf an: *Routine haben* lobt Erfahrung, *in Routine erstarren* kritisiert Eintönigkeit.

Wie spricht man Routine aus?

Französisch geprägt: *ru-TII-ne*, mit langem i und betonter zweiter Silbe.

Quellen

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