Preis: Was etwas kostet – und was man gewinnt
Der Preis ist der Geldbetrag, den eine Ware oder Leistung kostet. Er bezeichnet außerdem eine Auszeichnung oder einen Gewinn bei einem Wettbewerb.
Das Deutsche braucht für zwei Dinge nur ein Wort: Der Preis ist, was man zahlt, und auch, was man gewinnt. Das Englische unterscheidet „price“ und „prize“ – beide stammen vom selben lateinischen Wort „pretium“. Dazu kommt eine dritte, altertümliche Bedeutung: Lob.
- Kaufpreis. *Die Preise für Strom sind gestiegen.*
- Auszeichnung, Gewinn. *Der Film erhielt den Preis für die beste Regie.*
- Opfer, Nachteil (übertragen). *Ruhm hat seinen Preis.*
- Lob (gehoben, religiös). *Lob und Preis sei Gott.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Preis | maskulin |
| Genitiv | des Preises | mit -es |
| Plural | die Preise | kein Umlaut |
| Adjektiv | preiswert, preisgünstig | = billig, aber positiv |
| Komposita | Nobelpreis, Preisschild, Eintrittspreis | sehr produktiv |
Beispielsätze
- Er will um jeden Preis gewinnen.Redewendung: egal, was es kostet.
- Das Kleid war im Preis reduziert.Typisch beim Einkaufen.
- Um keinen Preis gebe ich mein Fahrrad her!Verstärkte Ablehnung: auf gar keinen Fall.
Verwandte Wörter
- preisen – loben, rühmen (gehoben): *Sie pries seine Großzügigkeit.*
- preiswert – gutes Verhältnis von Preis und Qualität; ähnlich, aber nicht gleich wie Wert.
- Preis-Leistungs-Verhältnis – zentrales Wort jeder Kaufentscheidung
- Preisausschreiben – Wettbewerb mit Gewinnen
Ist „preiswert“ dasselbe wie „billig“?
Fast. „Billig“ kann abwertend klingen (schlechte Qualität), „preiswert“ ist immer positiv.
Woher kommt das Wort Preis?
Aus dem altfranzösischen *pris*, das auf lateinisch *pretium* „Wert, Lohn“ zurückgeht. Es kam im Mittelalter ins Deutsche, als Ritter um Ruhm und Ehre kämpften. Wer um Geld wettet, kämpft dagegen um einen Einsatz bei der Wette.