Demut oder Demütigung? Ein feiner, aber großer Unterschied

Demut ist die Haltung, sich selbst nicht über andere oder über etwas Größeres zu stellen – eine bescheidene, dienende Gesinnung. Das Wort ist nicht dasselbe wie Demütigung, also Erniedrigung.

Demut klingt altmodisch, ist aber gerade wieder gefragt: Sportler sprechen von Demut vor dem Gegner, Unternehmer von Demut vor dem Markt. Gemeint ist eine innere Haltung, die eigenen Grenzen zu kennen und anderen mit Respekt zu begegnen. Demut ist freiwillige Bescheidenheit – Demütigung dagegen wird einem angetan. Im religiösen Sinn ist sie die Haltung des Menschen vor Gott.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdie DemutFemininum
Plural–kein Plural
Adjektivdemütigbescheiden, ergeben
Verbdemütigenerniedrigen, kränken
Substantivdie DemütigungErniedrigung

Demut im Satz

Woher das Wort kommt

Althochdeutsch *diomuoti* setzt sich aus *dio* „Knecht, Diener“ und *muot* „Sinn, Gemüt“ zusammen. Demut ist also wörtlich „die Gesinnung eines Dienenden“. Das zweite Glied ist dasselbe wie in Mut, Anmut oder Hochmut – ursprünglich bedeutete *muot* allgemein die Stimmung, nicht nur Tapferkeit.

Ist Demut eine Schwäche?

Nein. Demut setzt Selbstkenntnis voraus und gilt in vielen Traditionen als Stärke. Unterwürfigkeit ist etwas anderes.

Was ist das Gegenteil von Demut?

Hochmut, Überheblichkeit oder Arroganz. Auch Stolz kann ein Gegenbegriff sein, wenn er in Selbstüberschätzung umschlägt.

Quellen

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