Mund: Was steckt in „in aller Munde“?
Der Mund ist die Öffnung im Gesicht, durch die Menschen essen, atmen und sprechen. In vielen Redewendungen steht er für das Reden selbst.
Mund ist ein kurzes Wort mit langer Liste an Redewendungen. Weil wir mit ihm sprechen, steht er oft für Worte, Gerüchte und Schweigen. Wer den Mund hält, sagt damit manchmal mehr als alle anderen.
- Körperteil. *Mach bitte den Mund auf, sagt die Zahnärztin.*
- Esser, zu versorgende Person. *Sie hatte fünf hungrige Münder zu stopfen.*
- Sprechen, Rede (übertragen). *Das Gerücht ging von Mund zu Mund.*
- Mündung (selten, in Namen). *Ortsnamen wie Travemünde erinnern daran.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus und Artikel | der Mund | der Mund ist trocken |
| Genitiv | des Mund(e)s | die Winkel des Mundes |
| Plural | die Münder | viele Münder |
| Erstarrte Form | in aller Munde | Das Lied ist in aller Munde. |
| Komposita | Mundwinkel, Mundart, Mundwasser | in Mundart sprechen |
Beispielsätze
- Halt endlich den Mund!Unhöflich-direkt; höflicher: *Sei bitte still.*
- Sie nimmt kein Blatt vor den Mund.Wendung: sagt offen ihre Meinung.
- Er redet dem Chef immer nach dem Mund.Abwertend: sagt nur, was der andere hören will.
Mund oder Maul?
- Mund — das neutrale Wort für Menschen.
- Maul — bei vielen Tieren üblich (*das Maul des Pferdes*); auf Menschen bezogen grob und abwertend (*Halt's Maul!*).
- Schnauze — für Hunde und andere Tiere; über Menschen derb.
- Munde — alter Dativ Plural, der nur noch in *in aller Munde* weiterlebt. Deshalb heißt es dort nicht *Münder*.
- Mundart — wörtlich die Art zu sprechen, heute ein Wort für Dialekt.
Wie lautet der Plural von Mund?
Üblich ist *die Münder*. Daneben findet man selten *Munde* oder *Münde*; in der Wendung *in aller Munde* hat sich die alte Form gehalten.
Was ist ein „Mundraub“?
Früher hieß so der Diebstahl geringer Mengen Lebensmittel zum sofortigen Verzehr. Als eigener Straftatbestand existiert er in Deutschland seit 1975 nicht mehr.