Was bedeutet Mitgift? Die Gabe zur Hochzeit, die kein Gift ist

Die Mitgift ist das Vermögen, das eine Braut früher von ihrer Familie in die Ehe mitbekam – Geld, Möbel, Wäsche oder Land. Übertragen ist sie eine mitgegebene Eigenschaft.

Die Mitgift war jahrhundertelang ein fester Teil jeder Heirat: Die Familie der Braut gab ihr Geld, Hausrat oder Land mit in die Ehe. Heute spielt sie in Mitteleuropa kaum noch eine Rolle, das Wort aber lebt weiter. Wer eine Mitgift erhält, bekommt kein Gift, sondern eine Gabe – das alte Wort hat seine Bedeutung nur hier bewahrt.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdie MitgiftFemininum
Genitivder Mitgiftunverändert
Pluraldie Mitgiftenselten
SynonymAussteuer, BrautgabeAussteuer eher für Hausrat
VerwandtGift, Gabe, gebengleiche Wurzel

Mitgift im Satz

Gift heißt Gabe

Im Althochdeutschen bedeutete *gift* schlicht „das Gegebene“, abgeleitet von *geben*. Das englische *gift* hat diese Bedeutung bis heute. Im Deutschen wurde *Gift* dagegen zum verhüllenden Ausdruck für eine tödliche Dosis, also „das Eingegebene“, und verdrängte die alte Bedeutung. Nur in der Mitgift blieb die freundliche Gabe erhalten. Deshalb ist englisch *gift* ein falscher Freund: Es heißt Geschenk.

Was ist der Unterschied zwischen Mitgift und Aussteuer?

Beide werden oft gleich gebraucht. Genauer meint Aussteuer den Hausrat, Mitgift das gesamte mitgebrachte Vermögen.

Ist Mitgift ein veraltetes Wort?

Im wörtlichen Sinn wirkt es historisch, im übertragenen Sinn ist es lebendig: „eine gute Mitgift fürs Leben“.

Quellen

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