Kredit: geliehenes Geld und geschenktes Vertrauen
Ein Kredit ist Geld, das eine Bank oder ein anderer Geldgeber für eine bestimmte Zeit gegen Zinsen überlässt. Übertragen bedeutet Kredit auch Vertrauen oder Glaubwürdigkeit.
Wer ein Auto, eine Wohnung oder eine Firma finanzieren will, braucht oft einen Kredit. Hinter dem nüchternen Finanzwort steckt eine schöne Idee. Wer einen Kredit gibt, glaubt daran, dass das Geld zurückkommt. Darum spricht man auch von Kredit, wenn jemand Vertrauen oder Ansehen genießt.
- Darlehen, geliehenes Geld. *Die Bank gewährte ihr einen Kredit über 20.000 Euro.*
- Zahlungsaufschub beim Kauf. *Im Dorfladen konnte man früher auf Kredit einkaufen.*
- Vertrauen, Glaubwürdigkeit. *Mit dieser Lüge hat er seinen Kredit verspielt.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Kredit | Darlehen |
| Genitiv | des Kredit(e)s | beides korrekt |
| Plural | die Kredite | Endung -e |
| Buchhaltung | das Kredit | Habenseite eines Kontos |
| Komposita | Kreditkarte, Hauskredit, Kreditwürdigkeit | häufig |
Beispiele
- Wir haben einen Kredit für die Wohnung aufgenommen.Feste Wendung: einen Kredit aufnehmen.
- Die Raten für den Kredit sind monatlich fällig.Die Rückzahlung erfolgt in Raten mit Zinsen.
- Die Regierung hat bei den Wählern viel Kredit verloren.Übertragen: Vertrauen, Ansehen.
Herkunft: Vertrauen auf Latein
Das Wort geht über das Italienische und Französische auf das lateinische *creditum* zurück, „das Anvertraute“, von *credere* „glauben, vertrauen“. Dasselbe Verb steckt im *Credo*, dem Glaubensbekenntnis. Ein Kredit ist also wörtlich ein Vertrauensvorschuss. Eine Besonderheit kennt die Buchhaltung: Dort heißt die rechte Kontoseite, die Habenseite, das Kredit – mit neutralem Artikel und Betonung auf der ersten Silbe. Im Alltag begegnet einem aber fast nur *der Kredit*.
Ist Kredit dasselbe wie Darlehen?
Fast. Darlehen ist der juristische Begriff für geliehenes Geld; Kredit ist weiter und umfasst auch Zahlungsaufschübe.
Wie lautet der Plural?
Die Kredite.