Ein Anblick ist mehr als ein Blick
Der Anblick ist das, was man sieht, wenn man etwas betrachtet, oder das Betrachten selbst. Oft bewertet das Wort den Eindruck: ein schöner, trauriger oder seltener Anblick.
Der Anblick beschreibt nicht das Schauen, sondern das, was sich dem Auge bietet. Ein Blick geht vom Betrachter aus, ein Anblick kommt auf ihn zu. Deshalb steht das Wort so oft mit Adjektiven: herrlich, erschütternd, ungewohnt.
- Das Gesehene, Bild, Eindruck. *Der Sonnenuntergang war ein herrlicher Anblick.*
- Das Ansehen, Betrachten. *Beim Anblick der Rechnung wurde er blass.*
- Aussehen einer Person. *Nach der Wanderung war sie ein erschöpfter Anblick.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Anblick | Maskulinum |
| Genitiv | des Anblicks / Anblickes | beide korrekt |
| Plural | die Anblicke | selten |
| Verb | anblicken | jemanden anblicken |
| Verwandt | Blick, Ausblick | Stamm »blick« |
Beispielsätze
- Beim Anblick des Hundes fing das Kind an zu lachen.»beim Anblick + Genitiv« ist die häufigste Konstruktion.
- Das war ein Anblick für die Götter!Ironisch-anerkennend: ein komischer, unvergesslicher Anblick.
- Den Anblick werde ich nie vergessen.Oft nach einem erschütternden Erlebnis.
Anblick, Ausblick, Ansicht
- Anblick: was man gerade vor Augen hat, oft mit Gefühl verbunden.
- Ausblick: Sicht in die Ferne, etwa vom Turm; übertragen Blick in die Zukunft.
- Ansicht: Abbildung eines Ortes (Stadtansicht) oder Meinung (»meiner Ansicht nach«).
- ein Anblick für die Götter: angelehnt an die Vorstellung der griechischen Götter, die vom Olymp aus das Treiben der Menschen belustigt beobachten.
Hat »Anblick« einen Plural?
Ja, »die Anblicke«, aber er ist selten. Man sagt eher »solche Anblicke« oder umschreibt mit »Bilder«.
Ist »Anblick« dasselbe wie »Bild«?
Ähnlich. Ein Bild kann man aufhängen, ein Anblick bietet sich nur in einem Moment und vor Ort.