Meine Güte! Was „Güte“ wirklich bedeutet
Güte bedeutet Freundlichkeit und Wohlwollen gegenüber anderen. In Technik und Handel bezeichnet sie außerdem die Qualität einer Ware.
Güte ist das Nomen zu *gut* – aber nicht im Sinn von „richtig“, sondern von „gütig“. Ein Mensch voller Güte ist nicht nur nett, sondern geduldig, großzügig und verzeiht gern. Im Alltag hört man das Wort vor allem im erstaunten Ausruf *Meine Güte!*
- Freundlichkeit, Wohlwollen. *Sie behandelte alle mit großer Güte.*
- Qualität. *Das Holz ist von erster Güte.*
- Gütliche Einigung (Recht). *Vor dem Prozess findet eine Güteverhandlung statt.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | die Güte | feminin |
| Plural | – | kein Plural üblich |
| Adjektiv | gütig | ein gütiger Mensch |
| Verwandtes | gütlich | sich gütlich einigen |
| Komposita | Güteklasse, Gütesiegel, Herzensgüte | Gütesiegel = Qualitätszeichen |
Beispielsätze
- Ach du meine Güte, wie siehst du denn aus?Ausruf des Erstaunens oder Schreckens.
- Hätten Sie die Güte, mir zu helfen?Sehr höflich und etwas altmodisch.
- Wir haben uns in Güte geeinigt.Ohne Streit, friedlich.
Ein frommer Ausruf
„Meine Güte!“ ist ursprünglich eine verkürzte Anrufung Gottes: Gemeint war die Güte Gottes, so wie in *Du lieber Himmel!* oder *Herrje!* (aus *Herr Jesus*). Weil man den Namen Gottes nicht leichtfertig nennen wollte, setzte man eine seiner Eigenschaften ein. Heute ist der Ausruf völlig alltäglich. Das Gegenteil von Güte ist Bosheit, also alles Böse; bedeutungsnah ist die Gunst.
Was ist der Unterschied zwischen Güte und Güter?
Güte ist Freundlichkeit oder Qualität. „Güter“ ist der Plural von „das Gut“: Waren oder Landgüter.
Was ist ein Gütetermin?
Im deutschen Zivil- und Arbeitsrecht eine Verhandlung, in der das Gericht zuerst eine gütliche Einigung versucht.