Genie und Wahnsinn: ein Wort für außergewöhnliche Begabung

Ein Genie ist ein Mensch mit außergewöhnlicher schöpferischer oder geistiger Begabung. Das Wort bezeichnet auch diese Begabung selbst. In der Schweiz heißt so außerdem die militärische Pioniertruppe.

Ein Genie sieht, was andere übersehen – so jedenfalls lautet die Legende. „Genie und Wahnsinn liegen nah beieinander“ ist ein Klischee, das seit der Antike erzählt wird. Ausgesprochen wird das Wort französisch: *Sche-NIE*, mit weichem „sch“ wie in *Garage*. Weniger groß ist das Talent.

Formen und Wortbildung

MerkmalFormBeispiel
Genusdas Genie (neutral)ein verkanntes Genie
Genitivdes Geniesdas Werk des Genies
Pluraldie Genieszwei Genies
Adjektivgenialeine geniale Idee
KompositaUniversalgenie, Geniestreich, Mathegenieein echter Geniestreich

Beispielsätze

Herkunft und Geniezeit

Das Wort kam im 18. Jahrhundert aus dem Französischen *génie* ins Deutsche; dahinter steht lateinisch *genius*, der Schutzgeist eines Menschen. Die Dichter des Sturm und Drang erhoben das „Originalgenie“ zum Ideal: Der Künstler folgt nicht Regeln, sondern seiner inneren Schöpferkraft. Deshalb nennt man diese Epoche auch Geniezeit. In der Schweizer Armee bezeichnet *Genie* bis heute die Truppengattung, die Brücken baut und Hindernisse räumt – eine Bedeutung, die auf französisch *génie militaire*, „Ingenieurwesen“, zurückgeht.

Ist „Genie“ männlich oder weiblich?

Das Wort ist sächlich: „das Genie“. Es gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.

Was ist der Unterschied zwischen genial und genialisch?

„Genial“ heißt großartig, außergewöhnlich klug. „Genialisch“ beschreibt eher das Auftreten eines Genies, oft exzentrisch.

Quellen

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