Furcht oder Angst? Der feine Unterschied

Furcht ist das Gefühl der Bedrohung angesichts einer bestimmten Gefahr. Das Wort ist gehobener als Angst und richtet sich meist auf ein konkretes Objekt.

Furcht ist eine nahe Verwandte der Angst, klingt aber feierlicher und zielt meist auf etwas Bestimmtes. Man fürchtet sich vor etwas – Angst kann dagegen auch ohne klaren Gegenstand auftreten. Wer seine Furcht überwindet, zeigt Mut.

Wortfamilie

FormWortBeispiel
Genusdie Furchtohne Plural
Verbfürchten / sich fürchtensich vor etwas fürchten
Adjektivfurchtbarein furchtbarer Unfall
Adjektivfurchtlosein furchtloser Ritter
KompositumEhrfurchtEhrfurcht vor dem Leben
KompositumGottesfurchtreligiöse Haltung

Beispielsätze

Furcht und Angst in der Philosophie

Seit Kierkegaard unterscheiden Philosophen bewusst: Furcht richtet sich auf ein bestimmtes Bedrohliches, etwa ein Raubtier, Angst dagegen ist unbestimmt und betrifft das Dasein als Ganzes. Martin Heidegger hat diese Unterscheidung in „Sein und Zeit“ ausgebaut. Im Alltag verschwimmen die beiden Wörter, und „Angst“ ist längst das häufigere. Interessant ist auch die Abschwächung von *furchtbar*: Was ursprünglich „Furcht erregend“ hieß, ist heute oft nur ein Verstärker – „furchtbar nett“ bedeutet einfach „sehr nett“. Ein ähnlicher Wandel steckt in *schrecklich* und *entsetzlich*.

Hat Furcht einen Plural?

Nein, Furcht wird nur im Singular gebraucht.

Ist „Furcht“ altmodisch?

Es klingt gehoben und literarisch, ist aber in Komposita wie Ehrfurcht oder in „ich fürchte“ ganz alltäglich.

Quellen

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