Dieb oder Räuber? Wer heimlich nimmt und wer Gewalt nutzt
Ein Dieb ist eine Person, die fremdes Eigentum heimlich und ohne Gewalt wegnimmt, um es zu behalten. Die weibliche Form ist Diebin.
Der Dieb nimmt, was ihm nicht gehört – meist leise und ungesehen. Wer Gewalt anwendet, ist im deutschen Recht kein Dieb mehr, sondern ein Räuber. Die Polizei unterscheidet daher genau zwischen Diebstahl und Raub; ein Räuber wird deutlich härter bestraft.
- Person, die stiehlt. *Der Dieb entkam durch den Hinterhof.*
- Schelte, scherzhaft. *Du kleiner Dieb, du hast mein Stück Kuchen gegessen!*
Formen und Wortbildung
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Dieb (maskulin), die Diebin | ein dreister Dieb |
| Genitiv | des Diebes / Diebs | die Spur des Diebes |
| Plural | die Diebe, die Diebinnen | Diebe festnehmen |
| Nomen | der Diebstahl | einen Diebstahl anzeigen |
| Adjektiv | diebisch | eine diebische Freude |
Beispielsätze
- Haltet den Dieb!Klassischer Ruf; übertragen auch für jemanden, der von der eigenen Schuld ablenkt.
- Sie hatte eine diebische Freude an seinem Ärger.„Diebisch“ heißt hier „heimlich, schadenfroh“.
- Gelegenheit macht Diebe.Sprichwort: Wer Chancen bietet, verführt zur Tat.
Dieb, Räuber, Einbrecher
- Dieb – nimmt eine fremde Sache weg, ohne Gewalt (Diebstahl, § 242 StGB in Deutschland).
- Räuber – nimmt mit Gewalt oder Drohung (Raub, § 249 StGB).
- Einbrecher – dringt in Gebäude ein, um zu stehlen; rechtlich ein schwerer Diebstahl.
- Taschendieb – stiehlt im Gedränge aus Taschen; umgangssprachlich auch *Langfinger*.
- Das Wort ist alt: althochdeutsch *diob*, verwandt mit englisch *thief*.
Woher kommt „diebische Elster“?
Elstern gelten im Volksglauben als Vögel, die glänzende Dinge stehlen. Studien zeigen allerdings, dass sie glänzende Gegenstände eher meiden.
Wie nennt man einen gerissenen Dieb?
Umgangssprachlich etwa *Gauner* oder Ganove; ein Gauner betrügt aber eher, als dass er stiehlt.