Warum der griechische Dämon ursprünglich kein Bösewicht war

Ein Dämon ist ein übernatürliches Wesen, das meist als böse und bedrohlich gilt. Übertragen bezeichnet das Wort eine dunkle innere Macht oder Besessenheit, die einen Menschen quält.

Der Dämon treibt in Sagen, Horrorfilmen und religiösen Texten sein Unwesen. Bei den alten Griechen war ein Daimon kein Teufel, sondern ein göttliches Wesen, das gut oder schlecht sein konnte. Im Christentum wurde daraus der Gegenspieler der Engel, ein Bewohner der Hölle.

Formen und Wortbildung

MerkmalFormBeispiel
Genusder Dämon (maskulin)ein mächtiger Dämon
Genitivdes Dämonsdie Macht des Dämons
Pluraldie Dämonengegen Dämonen kämpfen
Adjektivdämonischein dämonisches Lachen
Verbdämonisiereneinen Gegner dämonisieren

Beispielsätze

Herkunft

Das Wort geht über lateinisch *daemon* auf griechisch *daímōn* zurück, das ursprünglich „Gottheit, Schicksalsmacht, Schutzgeist“ bedeutete. Der Philosoph Sokrates berief sich auf ein inneres *daimónion*, eine Stimme, die ihn vor falschen Entscheidungen warnte. Erst die christliche Bibelübersetzung verengte die Bedeutung auf böse Geister. Interessant: In der Informatik heißt ein Hintergrundprozess unter Unix-Systemen *daemon* – angelehnt an den „Maxwellschen Dämon“ der Physik, der unsichtbar im Hintergrund arbeitet, und gerade nicht an einen bösen Geist.

Ist ein Dämon dasselbe wie der Teufel?

Nicht ganz. Der Teufel gilt im Christentum als Anführer, Dämonen als ihm untergeordnete böse Geister.

Was heißt „seine Dämonen besiegen“?

Eine schwere innere Last überwinden, etwa eine Sucht, Angst oder ein Trauma.

Quellen

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