Enkel: das Kind des eigenen Kindes
Ein Enkel ist das Kind des eigenen Sohnes oder der eigenen Tochter. Die weibliche Form ist Enkelin; im Plural »Enkel« sind oft alle Enkelkinder gemeint.
Der Enkel verbindet zwei Generationen über eine dritte hinweg: Für Oma und Opa ist er das Kind des eigenen Kindes. Im Wort Enkel steckt der Ahn: Ursprünglich hieß es so viel wie »kleiner Großvater«. Viele Familien gaben dem Enkel früher den Namen des Großvaters.
- Kind des Sohnes oder der Tochter. *Sie hat fünf Enkel.*
- Übertragen: Nachfahre. *Unsere Enkel werden die Folgen tragen.*
- Politik: Nachfolger in der dritten Generation. *Die »Enkel« des Altkanzlers übernahmen die Partei.*
Formen und Verwandtschaft
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Enkel | Maskulinum |
| Genitiv | des Enkels | mit -s |
| Plural | die Enkel | ohne Endung |
| Feminin | die Enkelin | Plural: Enkelinnen |
| Verwandte | Enkelkind, Urenkel | neutral, nächste Generation |
Beispielsätze
- Am Wochenende passen wir auf die Enkel auf.Plural ohne Endung; Dativ: »mit den Enkeln«.
- Meine Enkelin studiert jetzt in Leipzig.Die weibliche Form ist ganz normal im Gebrauch.
- Die Polizei warnt erneut vor dem Enkeltrick.Betrug, bei dem sich Täter am Telefon als Enkel ausgeben.
Herkunft
*Enkel* kommt vom althochdeutschen *eninchil*, einer Verkleinerungsform von *ano* »Ahn, Großvater«. Der Enkel war also wörtlich der »kleine Ahn« – vermutlich, weil man glaubte, im Enkel lebe der Großvater fort, und weil er oft dessen Namen trug. Daneben gab es ein ganz anderes, heute veraltetes Wort *Enkel* für den Fußknöchel. Beide Wörter klingen gleich, sind aber nicht verwandt.
Heißt es »Enkel« oder »Enkelkind«?
Beides ist richtig. »Enkelkind« ist geschlechtsneutral und wird gern gebraucht, wenn man Jungen und Mädchen gemeinsam meint.
Wie heißt das Kind eines Enkels?
Urenkel bzw. Urenkelin; die nächste Generation sind die Ururenkel. Die weibliche Form von Enkel ist übrigens Enkelin.