Vorwand: der vorgeschobene Grund
Ein Vorwand ist ein vorgeschobener, nicht wirklicher Grund, mit dem jemand sein Handeln rechtfertigt oder seine eigentliche Absicht verbirgt.
Wer einen Vorwand benutzt, nennt einen Grund, der nicht der wahre ist. Ein Vorwand ist eine Maske für die eigentliche Absicht. Typisch ist die Wendung *unter dem Vorwand*, die oft in Berichten über Betrug oder Politik vorkommt. Wer einem anderen vorwirft, nur einen Vorwand zu benutzen, unterstellt ihm Unehrlichkeit.
- Vorgeschobener Grund. *Unter einem Vorwand verließ er die Sitzung.*
- Rechtfertigung für ein geplantes Vorgehen. *Der Zwischenfall diente als Vorwand für den Angriff.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Vorwand | maskulin |
| Genitiv | des Vorwand(e)s | beide korrekt |
| Plural | die Vorwände | mit Umlaut |
| Verb | vorwenden | gehoben, selten |
| Synonyme | Ausrede, Ausflucht | — |
Beispielsätze
- Betrüger verschafften sich unter dem Vorwand, Handwerker zu sein, Zutritt zur Wohnung.Typisch für Polizeimeldungen; mit zu-Infinitiv.
- Das ist doch nur ein Vorwand!Umgangssprachlich als Vorwurf.
- Er suchte einen Vorwand, um sie anzurufen.Auch harmlos-sympathisch möglich.
Vorwand, Ausrede und Wand
- Vorwand – vorher oder öffentlich genannter falscher Grund, oft geplant.
- Ausrede – nachträgliche Entschuldigung, meist für ein Versäumnis.
- Ausflucht – Versuch, sich einer Verantwortung zu entziehen.
- Mit der *Wand* hat das Wort nichts zu tun: Es gehört zum Verb *vorwenden* ‚vorschützen, als Grund angeben‘, so wie *Einwand* zu *einwenden*. Wer lügt, braucht oft einen Vorwand.
Was bedeutet ‚unter dem Vorwand‘?
Mit einem vorgeschobenen Grund: Unter dem Vorwand einer Kontrolle betrat er das Haus. Nach der Wendung folgt ein Genitiv oder ein Nebensatz mit zu-Infinitiv.
Wie heißt der Plural von Vorwand?
Die Vorwände. Wie bei Wand und Wände bekommt der Plural einen Umlaut, obwohl die Wörter nicht verwandt sind.