Vati: Die zärtliche Anrede für den Vater
Vati ist eine vertrauliche, kindersprachliche Bezeichnung und Anrede für den Vater. Das Wort klingt heute etwas altmodisch und ist besonders in Nord- und Ostdeutschland verbreitet.
Vati ist ein Kosewort, gebildet aus *Vater* und der vertraulichen Endung *-i*, die man auch aus *Mutti* kennt. Es gehört zur Familiensprache und wird vor allem als Anrede gebraucht. Wer heute noch „Vati“ sagt, verrät oft, in welchem Jahrzehnt und in welcher Region er aufgewachsen ist. Jüngere Kinder sagen meist Papa.
- Vertrauliche Anrede für den Vater. *Vati, kannst du mir helfen?*
- Bezeichnung für den eigenen Vater im Familienkreis. *Vati ist noch im Garten.*
- Ironisch für einen fürsorglichen oder bevormundenden Mann. *Hör auf, hier den Vati zu spielen!*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Vati | maskulin |
| Genitiv | des Vatis | als Name oft ohne Artikel: Vatis Auto |
| Plural | die Vatis | selten gebraucht |
| Gegenstück | die Mutti | gleiche Bildungsweise |
| Grundwort | der Vater | neutral und förmlich |
So wird Vati verwendet
- Vati hat heute Geburtstag, wir backen einen Kuchen.Ohne Artikel wie ein Eigenname gebraucht.
- Ich muss erst Vati fragen.Familiensprache; in Süddeutschland und Österreich klingt das eher fremd.
- Zum Vatertag gibt es eine Karte für Vati.Typisch für Kinder- und Grußkartensprache.
Vati, Papa, Papi – wer sagt was?
- Vati – besonders in Nord- und Ostdeutschland verbreitet, in der DDR sehr üblich; wirkt heute eher altmodisch.
- Papa – heute die häufigste Anrede in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.
- Papi – noch zärtlicher, oft von kleinen Kindern gebraucht.
- Vater – neutrales Standardwort, als Anrede förmlich oder distanziert.
- In der Schweiz hört man mundartlich auch *Ätti* oder *Vatter*.
Ist Vati ein unhöfliches Wort?
Nein. Es ist ein liebevolles Familienwort. Gegenüber Fremden sagt man aber eher „mein Vater“.
Wie lautet der Plural von Vati?
Die Vatis – wie bei vielen Kosewörtern auf -i endet der Plural auf -s.