Tempel oder Kirche? Was ein Tempel ist

Ein Tempel ist ein Gebäude, das einer Gottheit geweiht ist und dem Gottesdienst dient, besonders in antiken und nichtchristlichen Religionen. Übertragen bezeichnet das Wort einen Ort besonderer Verehrung.

Ob griechische Säulen, ägyptische Pylone oder buddhistische Pagoden – ein Tempel ist ein heiliger Ort. Ein Tempel ist im Ursprung kein Gebäude, sondern ein abgegrenzter Raum, aus dem Alltag herausgeschnitten. Für christliche Gotteshäuser verwendet man dagegen meist Kirche.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Tempelmaskulin
Genitivdes Tempelsstarke Beugung
Pluraldie Tempelgleich wie Singular
KompositaTempelanlage, MusentempelKonsumtempel, Tempelritter
Englischtempleheißt dort auch „Schläfe“ – ein anderes Wort

Beispielsätze

Herkunft: ein ausgeschnittener Raum

Tempel stammt von lateinisch *templum*. Damit bezeichneten die römischen Auguren ursprünglich einen am Himmel oder auf dem Boden abgesteckten Bezirk, in dem sie den Vogelflug deuteten. Vermutlich ist das Wort mit griechisch *témnein* (schneiden) verwandt – ein Tempel war also ein „herausgeschnittener“ Raum. Erst später wurde daraus das Gebäude für eine Gottheit. Im Deutschen ist das Wort seit althochdeutscher Zeit belegt.

Haben Juden einen Tempel?

Der Tempel in Jerusalem wurde 70 n. Chr. zerstört. Jüdische Gotteshäuser heißen heute Synagogen; manche Reformgemeinden nennen ihre Synagoge aber Tempel.

Was bedeutet „jemanden zum Tempel hinausjagen“?

Jemanden energisch hinauswerfen; umgangssprachlich.

Quellen

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