Stress: Anspannung, Ärger und ein englisches Lehnwort
Stress ist eine körperliche und seelische Anspannung durch Belastungen wie Zeitdruck oder Konflikte. Umgangssprachlich bedeutet Stress auch Ärger oder Streit.
Stress ist ein englisches Lehnwort, das im Deutschen völlig heimisch geworden ist. Den biologischen Stressbegriff prägte der Mediziner Hans Selye in den 1930er-Jahren; erst danach wurde aus Stress ein Alltagswort. Heute haben alle Stress: im Job, in der Schule und manchmal sogar im Urlaub. Das Wort ist kurz, ausdrucksstark und passt in jede Lebenslage.
- Belastung, Anspannung. *Vor Prüfungen habe ich immer viel Stress.*
- Ärger, Streit (umgangssprachlich). *Mach keinen Stress!*
- Hektik. *Das war heute ein Stress im Büro!*
- Belastung in der Technik (fachsprachlich). *Der Werkstoff wird im Test großem Stress ausgesetzt.*
Formen und Wortfamilie
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Stress | purer Stress |
| Genitiv | des Stresses | die Folgen des Stresses |
| Plural | (keiner) | – |
| Adjektiv | stressig / gestresst | ein stressiger Tag |
| Verb | stressen | Das stresst mich. |
Beispiele
- Ich bin total gestresst.„Gestresst“ beschreibt Personen, „stressig“ Situationen.
- Der hat Stress mit seinen Nachbarn.Umgangssprachlich: Streit, [Ärger](/dictionary/aerger).
- Stress dich nicht!Jugendsprache: Reg dich nicht auf, mach langsam.
Guter und schlechter Stress
Die Stressforschung unterscheidet *Eustress*, also positiv erlebte Anspannung, etwa vor einem Wettkampf, von *Distress*, der krank machen kann. Bei Dauerstress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus. In der deutschen Aussprache hört man meist ein *scht* am Anfang, also „Schtress“; die englische Aussprache mit *s* ist ebenfalls korrekt. Beides wird überall verstanden.
Hat Stress einen Plural?
Nein. Für verschiedene Belastungen sagt man Stressfaktoren oder Belastungen.
Ist „Stress machen“ Hochdeutsch?
Es ist umgangssprachlich. In formellen Texten heißt es eher Ärger verursachen oder Druck ausüben.