Was ist ein Seminar? Lehrveranstaltung, Institut und Priesterschule

Ein Seminar ist eine Lehrveranstaltung, in der eine kleinere Gruppe ein Thema gemeinsam erarbeitet; außerdem ein Hochschulinstitut oder eine Ausbildungsstätte, etwa für Priester.

Wer studiert, kennt den Unterschied: In der Vorlesung hört man zu, im Seminar redet man mit. Ein Seminar lebt davon, dass alle etwas beitragen – Referat, Frage oder Widerspruch. Auch Firmen schicken ihre Leute zu Seminaren, um sie weiterzubilden, und Volkshochschulen bieten Seminare zu fast jedem Thema an.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdas Seminarneutral
Genitivdes SeminarsEndung -s
Pluraldie SeminareÖsterr./Schweiz auch Seminarien
PersonSeminarteilnehmerTeilnehmende
KompositaHauptseminar, SeminararbeitHochschulsprache

Beispiele

Herkunft: die Pflanzschule

Das Wort geht auf lateinisch *seminarium* „Pflanzschule, Baumschule“ zurück, abgeleitet von *semen* „Samen“. Die Idee: Im Seminar wird etwas ausgesät, das später wachsen soll. Zuerst nannte die Kirche ihre Ausbildungsstätten für Priester so, später übernahmen Universitäten das Wort für die Übung neben der Vorlesung, die eher einem Vortrag gleicht. Das englische *seminar* stammt aus derselben Quelle.

Was ist der Unterschied zwischen Seminar und Vorlesung?

In der Vorlesung spricht hauptsächlich die Lehrperson, im Seminar arbeiten die Teilnehmenden aktiv mit.

Wie lautet der Plural?

Standard ist die Seminare; in Österreich und der Schweiz hört man auch Seminarien.

Quellen

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