Was ist eine Schande? Vom Ehrverlust zur Alltagsklage
Schande ist der Verlust von Ehre und Ansehen durch ein als unwürdig empfundenes Verhalten. Im Alltag drückt „eine Schande“ Bedauern oder Empörung aus.
Schande war früher ein schweres Wort: Sie konnte eine ganze Familie treffen. Heute klingt es oft leichter. „Es ist eine Schande, dieses Essen wegzuwerfen“ meint nur: Es wäre schade. Trotzdem lebt die ernste Bedeutung in Politik und Geschichte weiter.
- Verlust der Ehre. *Sein Betrug brachte Schande über die Firma.*
- Etwas Empörendes. *Die Zustände im Heim sind eine Schande.*
- Etwas Bedauerliches (abgeschwächt). *Schade drum – eigentlich eine Schande!*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | die Schande | eine große Schande |
| Genitiv | der Schande | das Gefühl der Schande |
| Plural | (kein Plural) | nur Singular |
| Adjektiv | schändlich | ein schändliches Verhalten |
| Kompositum | der Schandfleck | ein Schandfleck in der Stadt |
Beispiele
- Schande über dich!Altertümlich-theatralisch, heute oft ironisch.
- Er hat seine Pläne zuschanden gemacht.Auch „zu Schanden“; gehoben: zerstört, vereitelt.
- Es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten.Häufige Wendung: Das muss niemandem peinlich sein.
Schande, Scham und schade
Schande ist mit *Scham* verwandt: Beide gehen auf eine germanische Wurzel zurück, die „sich schämen“ bedeutet. Nicht verwandt ist dagegen *schade*: Es kommt von *Schaden*, auch wenn beide Wörter ähnlich klingen und oft in denselben Sätzen stehen. Wer Schande fühlt, schämt sich vor anderen; wer Schuld fühlt, vor sich selbst. Eng verbunden ist auch der gute oder schlechte Ruf eines Menschen.
Schreibt man „zuschanden“ oder „zu Schanden“?
Beides ist nach den geltenden Regeln korrekt.
Ist „Schande“ heute noch üblich?
Ja, vor allem in Ausrufen wie „Was für eine Schande!“.