Romanze: kurze Liebe, Lied und Gedicht
Eine Romanze ist eine romantische, oft kurze Liebesbeziehung. In Literatur und Musik bezeichnet sie außerdem ein erzählendes Gedicht oder ein lyrisches, liedhaftes Musikstück.
Romanze klingt nach Kerzenlicht, und meistens ist auch genau das gemeint: eine zärtliche, oft flüchtige Liebesgeschichte. Ursprünglich war eine Romanze aber gar keine Liebe, sondern ein Gedicht in der Volkssprache. Erst später färbte das Romantische auf die Bedeutung ab.
- Romantische Liebesbeziehung. *Im Urlaub hatte sie eine kurze Romanze mit einem Segellehrer.*
- Erzählendes Gedicht (Literatur). *Heinrich Heine schrieb mehrere Romanzen.*
- Lyrisches Musikstück. *Beethoven komponierte zwei Romanzen für Violine und Orchester.*
Formen und Wortfamilie
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus + Artikel | die Romanze | Femininum |
| Genitiv | der Romanze | unverändert |
| Plural | die Romanzen | mit -n |
| Adjektiv | romantisch | eigentlich von Roman abgeleitet |
| Komposita | Urlaubsromanze, Büroromanze | Romanze als Grundwort |
Romanze im Satz
- Aus der Sommerromanze wurde eine Ehe.Alltagssprache, positiv gefärbt.
- Die beiden verband eine heimliche Romanze.Oft mit Adjektiven wie heimlich, kurz, stürmisch.
- Das Orchester spielte eine Romanze in F-Dur.Fachsprache der Musik.
Romanze, Roman, Affäre
- Romanze – zarte, oft kurze Liebe mit romantischem Beiklang
- Affäre – eher nüchtern oder heimlich, oft außerhalb einer festen Beziehung
- Roman – ein langes erzählendes Buch; verwandt, aber keine Liebesgeschichte nötig
- Herkunft: spanisch *romance* bezeichnete Texte in der romanischen Volkssprache statt in Latein.
Ist eine Romanze immer kurz?
Nicht zwingend, aber meist schwingt etwas Flüchtiges mit. Eine lange Ehe nennt man selten Romanze.
Woher kommt das Wort?
Aus dem Spanischen über das Französische. *Romance* hieß ein volkstümliches Erzählgedicht; im 18. Jahrhundert kam es ins Deutsche.
Wie sagt man das Gegenteil?
Endet eine Romanze bitter, spricht man eher von einer Enttäuschung oder einem Liebeskummer; das Wort selbst bleibt immer freundlich.