Pastor oder Pfarrer? Der Geistliche einer Gemeinde
Ein Pastor ist ein Geistlicher, der eine christliche Gemeinde leitet, predigt und Gottesdienste hält. Das Wort ist vor allem in Norddeutschland und in evangelischen Kirchen verbreitet.
Der Pastor steht sonntags auf der Kanzel, tauft, traut und begleitet Sterbende. Sein Titel ist ein Bild aus der Landwirtschaft. Lateinisch *pastor* heißt »Hirte« – die Gemeinde ist seine Herde. Wo das Wort gebraucht wird, hängt stark von Region und Konfession ab.
- Geistlicher einer Gemeinde. *Der Pastor hielt eine bewegende Predigt.*
- Anrede und Titel. *Guten Morgen, Herr Pastor!*
- In Freikirchen: Gemeindeleiter. *Die Pastorin der Baptistengemeinde ist erst dreißig.*
Formen
| Merkmal | Form | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus | der Pastor | maskulin |
| Genitiv | des Pastors | Endung -s |
| Plural | die Pastoren | Betonung: Pas-TO-ren |
| Feminin | die Pastorin | evangelisch üblich |
| Ableitungen | Pastorat, pastoral | Pfarrhaus; seelsorgerlich |
Beispiele
- Der Pastor wohnt im Pfarrhaus neben der Kirche.Typisch norddeutsch.
- In Norddeutschland sagt man auch »die Pastöre«.Regionaler, umgangssprachlicher Plural.
- Die Pastorin traute das Paar im Garten.Weibliche Form, in der evangelischen Kirche verbreitet.
Pastor, Pfarrer und Pater
- Pastor – vor allem in Norddeutschland und in evangelischen sowie freikirchlichen Gemeinden.
- Pfarrer – im Süden und in Österreich üblicher, für evangelische und katholische Geistliche.
- Pater – Ordenspriester, etwa Benediktiner oder Jesuit; lateinisch »Vater«.
- Pastoral – das Adjektiv bedeutet seelsorgerlich, aber auch salbungsvoll: *Er sprach in pastoralem Ton.*
Ist ein Pastor evangelisch oder katholisch?
Meist evangelisch, doch in Norddeutschland nennt man auch katholische Pfarrer gelegentlich Pastor.
Wie lautet der Plural von Pastor?
Standardsprachlich die Pastoren; regional hört man auch Pastöre.
Woher kommt das Wort Pastor?
Aus dem Lateinischen: pastor bedeutet Hirte und gehört zum Verb pascere, weiden. Das Bild vom guten Hirten, der seine Herde hütet, stammt aus der Bibel und prägt die Sprache der Kirche bis heute, etwa im Wort Seelsorge.