Moral: Sitten, Kampfgeist und die Lehre einer Geschichte

Moral bezeichnet die Gesamtheit der Werte und Regeln, nach denen Menschen Gut und Böse unterscheiden. Außerdem steht das Wort für die Lehre einer Geschichte und für die Kampf- oder Arbeitsmoral einer Gruppe.

Was darf man, was soll man, was gehört sich? Darauf antwortet die Moral. Moral ist das unsichtbare Regelwerk, das kein Gesetzbuch vollständig ersetzt. Doch das Wort hat noch zwei weitere Bedeutungen, die mit Philosophie wenig zu tun haben.

Formen und Wortfamilie

MerkmalFormHinweis
Genusdie Moralfeminin
Plural—kein Plural üblich
Adjektivmoralischz. B. eine moralische Frage
Verbmoralisierenoft abwertend: belehren
KompositaDoppelmoral, Arbeitsmoral, Zahlungsmoralhäufig

Beispiele

Moral oder Ethik?

Im Alltag werden die Wörter oft vermischt, in der Philosophie trennt man sie: Moral sind die tatsächlich gelebten Regeln und Überzeugungen, Ethik ist das Nachdenken darüber. Moral kommt vom lateinischen *mos, moris* („Sitte, Brauch“), Ethik vom griechischen *ēthos* – beide bedeuteten ursprünglich fast dasselbe. Die Bedeutung „Kampfgeist“ kam über das Französische (*le moral*) ins Deutsche. Wer moralisch handelt, zeigt Tugend; wer nur darüber redet, moralisiert. Auch jedes Märchen und jede Fabel hat ihre Moral.

Hat Moral einen Plural?

In der Regel nicht. Will man verschiedene Wertesysteme vergleichen, spricht man von Moralvorstellungen.

Was ist Doppelmoral?

Wenn jemand für andere strengere Maßstäbe anlegt als für sich selbst.

Quellen

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