Vom Bergmann zum guten Freund: der Kumpel
Ein Kumpel ist umgangssprachlich ein guter Freund oder Kamerad. Ursprünglich bezeichnete das Wort einen Bergmann, besonders im Ruhrgebiet.
Ein Kumpel ist kein bester Freund, aber jemand, mit dem man gern Zeit verbringt und auf den man sich verlassen kann. Unter Tage war der Kumpel der Mann, dem man sein Leben anvertraute. Aus der Welt der Bergleute ist das Wort in die Alltagssprache gewandert.
- Freund, Kamerad (umgangssprachlich). *Ich gehe mit ein paar Kumpels ins Stadion.*
- Bergmann. *Die Kumpel fuhren zur Frühschicht ein.*
- Anrede, oft leicht herablassend. *Na, Kumpel, alles klar?*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Kumpel | ein alter Kumpel |
| Genitiv | des Kumpels | das Auto meines Kumpels |
| Plural | die Kumpel / die Kumpels | mit meinen Kumpels |
| Weiblich | die Kumpeline (selten), Kumpel | Sie ist ein echter Kumpel. |
| Adjektiv | kumpelhaft | ein kumpelhafter Ton |
Beispiele
- Er ist ein feiner Kumpel.Lob für einen verlässlichen Menschen.
- Sie ist mein bester Kumpel.Kumpel bleibt oft auch für Frauen maskulin.
- Der Chef gibt sich gern kumpelhaft.Kumpelhaft kann auch aufgesetzte Vertraulichkeit meinen.
Herkunft aus dem Bergbau
Kumpel ist eine Nebenform von *Kumpan*, das über das Altfranzösische auf mittellateinisch *companio* zurückgeht: „einer, der das Brot teilt“ (*cum* „mit“, *panis* „Brot“). Im Bergbau, vor allem im Ruhrgebiet und im Saarland, wurde Kumpel zum Wort für den Arbeitskollegen unter Tage. Als die Zechen schlossen – die letzte Steinkohlezeche Deutschlands, Prosper-Haniel in Bottrop, endete 2018 –, blieb das Wort lebendig. Es steht heute für Kameradschaft ganz allgemein. Ähnlich salopp, aber weniger herzlich, ist Kerl.
Heißt es die Kumpel oder die Kumpels?
Beides. Kumpels ist in der Umgangssprache häufiger, die Kumpel klingt eher nach Bergbau.
Ist Kumpel unhöflich?
Unter Freunden nicht. Als Anrede für Fremde („Hey, Kumpel!“) kann es frech oder provozierend wirken.