Was bedeutet Genosse? Vom Mitnutzer zum Parteifreund

Ein Genosse ist ein Gefährte oder Mitglied einer Gemeinschaft, besonders die Anrede unter Mitgliedern sozialistischer, sozialdemokratischer und kommunistischer Parteien.

Das Wort Genosse trägt viel Geschichte mit sich. Es kann einfach einen Gefährten meinen, wird aber vor allem mit der Arbeiterbewegung verbunden. Wer „Genosse“ sagt, spricht nicht nur über jemanden, sondern stellt sich an seine Seite. Ähnlich vertraut klingen Kamerad und Kumpel, doch jedes Wort hat seinen eigenen Ton.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Genossemaskulin
Genitivdes Genossenn-Deklination
Pluraldie GenossenEndung -n
Weiblichdie Genossin, die Genossinnengleiche Bedeutung
KompositaParteigenosse, Zeitgenosse, Eidgenossesehr verschieden

Beispielsätze

Herkunft: wer gemeinsam genießt

Das Wort geht auf althochdeutsch *ginōz* zurück und ist mit *genießen* verwandt. Ursprünglich war ein Genosse jemand, der mit anderen dasselbe nutzte – etwa Vieh, Weide oder Ertrag. Daraus entwickelten sich die Bedeutungen „Gefährte“ und „Teilhaber“. Die Genossenschaft, eine Gemeinschaft mit gemeinsamem Eigentum, bewahrt diesen alten Sinn. In der DDR war „Genosse“ die Anrede unter SED-Mitgliedern; im Nationalsozialismus hieß ein NSDAP-Mitglied *Parteigenosse*.

Ist Genosse ein politisches Wort?

Meist ja, aber nicht immer: Zeitgenosse, Eidgenosse und Genossenschaft haben mit Parteien nichts zu tun.

Wie dekliniert man Genosse?

Schwach: der Genosse, des Genossen, dem Genossen, den Genossen.

Quellen

WhatsAppXTelegramFacebook

Mehr Wörter mit 7 Buchstaben