Was bedeutet Fülle? Von Überfluss bis „in Hülle und Fülle“

Fülle bezeichnet eine große, reichliche Menge oder den Zustand, voll zu sein. Gehoben steht das Wort auch für Reichtum an Eindrücken, Klang oder Körperumfang.

Die Fülle gehört zu den Wörtern, die nach Wohlstand klingen. Sie ist das Substantiv zu *voll* und beschreibt alles, was reichlich vorhanden ist. Wo Fülle herrscht, fragt niemand nach dem Rest – es ist einfach genug da. Das Gegenteil ist der Mangel.

Formen und Grammatik

MerkmalFormHinweis
Genusdie Füllefeminin
Genitivder Fülleunverändert
Plural—praktisch nur Singular
Adjektivvoll, fülligStammwort und Ableitung
KompositaKörperfülle, Machtfülle, Klangfüllehäufig

Fülle im Satz

Herkunft: in Hülle und Fülle

Die Zwillingsformel *in Hülle und Fülle* klingt wie ein bloßes Reimspiel, hat aber einen handfesten Kern. Mit Hülle war ursprünglich die Kleidung gemeint, mit Fülle das, was den Bauch füllt, also die Nahrung. Wer beides in Hülle und Fülle besaß, hatte alles Lebensnotwendige. Das Wort selbst geht auf althochdeutsch *fullī* zurück und ist direkt mit *voll* und *füllen* verwandt.

Sagt man „eine Fülle an“ oder „eine Fülle von“?

Beides ist korrekt: eine Fülle an Ideen, eine Fülle von Ideen. Gemeint ist immer eine große Menge.

Ist „Fülle“ für Körperumfang unhöflich?

Nein, es ist eine höfliche, gehobene Umschreibung – deutlich milder als „dick“.

Gibt es einen Plural?

Im heutigen Gebrauch nicht; man verwendet das Wort nur im Singular.

Quellen

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