Roman oder Römer? Ein falscher Freund erklärt
Ein Roman ist eine umfangreiche erzählende Geschichte in Prosa, meist mit erfundenen Figuren und Handlungen. Mit dem englischen „Roman“ (Römer) hat das Wort nichts zu tun.
Ein Roman ist die große Form des Erzählens: Hunderte Seiten, viele Figuren, oft eine ganze Welt. Wer ihn schreibt, ist ein Autor oder eine Romanautorin. Ursprünglich war ein Roman einfach ein Text in der Volkssprache statt in Latein. Heute ist er die meistgelesene literarische Gattung.
- Umfangreiche Prosaerzählung. *Thomas Manns erster Roman heißt „Buddenbrooks“.*
- Lange, ausschweifende Rede (umgangssprachlich). *Schreib mir keinen Roman, fass dich kurz!*
- Unglaubliche Geschichte. *Ihr Leben klingt wie ein Roman.*
Formen
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Roman | die Romane |
| Genitiv | des Romans | der Romane |
| Dativ | dem Roman | den Romanen |
| Akkusativ | den Roman | die Romane |
| Komposita | Kriminalroman | Romanfigur |
Beispielsätze
- Der Roman wurde in dreißig Sprachen übersetzt.Neutraler Gebrauch in Literaturkritik und Buchhandel.
- Sie liest gerade einen historischen Roman.Gattungsbezeichnung mit Adjektiv.
- Was du da erzählst, ist ja ein halber Roman!Umgangssprachlich: zu lang, zu ausführlich.
Herkunft und falscher Freund
- Altfranzösisch *romanz*: Erzählung in der romanischen Volkssprache, im Gegensatz zum gelehrten Latein.
- Englisch *Roman* bedeutet *Römer* oder *römisch* – im Deutschen heißt das Römer.
- Englisch *novel* ist das richtige Wort für den deutschen Roman; das deutsche *Novelle* ist dagegen eine kürzere Erzählform.
- Romantik und romantisch stammen aus derselben Wortfamilie: Gemeint war ursprünglich „wie in einem Roman“.
Was ist der Unterschied zwischen Roman und Novelle?
Eine Novelle ist kürzer, konzentriert sich auf ein „unerhörtes Ereignis“ (Goethe) und hat meist einen einzigen Handlungsstrang.
Ist jedes Buch ein Roman?
Nein. Sachbücher, Gedichtbände oder Biografien sind keine Romane.
Was ist ein Bildungsroman?
Ein Roman über die Entwicklung eines jungen Menschen; ein klassisches Beispiel ist Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“.