Was bedeutet „Ahnung“? Vom Vorgefühl bis zu „Keine Ahnung!“
Eine Ahnung ist ein unbestimmtes Vorgefühl, dass etwas geschehen wird, oder ein grobes Wissen über eine Sache. Im Alltag steckt das Wort vor allem in der Antwort „Keine Ahnung“.
Wer eine Ahnung hat, weiß etwas noch nicht sicher, spürt es aber schon. Das Wort reicht vom dunklen Vorgefühl bis zum soliden Fachwissen. Die häufigste Antwort auf eine schwierige Frage besteht im Deutschen aus genau zwei Wörtern: „Keine Ahnung.“
- Vorgefühl, unbestimmte Erwartung. *Sie hatte eine böse Ahnung, als das Telefon klingelte.*
- Vermutung, Idee. *Hast du eine Ahnung, wo meine Schlüssel sind?*
- Kenntnis, Sachverstand (meist „von etwas“). *Er hat wirklich Ahnung von Autos.*
Formen von „Ahnung“
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | die Ahnung (feminin) | die leise Ahnung |
| Genitiv | der Ahnung | trotz der Ahnung |
| Plural | die Ahnungen | dunkle Ahnungen |
| Verb | ahnen | Ich ahne nichts Gutes. |
| Adjektiv | ahnungslos | ein ahnungsloser Gast |
Beispielsätze
- Keine Ahnung, wann der Zug kommt.Umgangssprachlich, oft ohne „ich habe“ verkürzt.
- Du hast ja keine Ahnung, wie anstrengend das war!Ausruf, der Gefühle betont, nicht Wissen.
- Von Physik hat sie mehr Ahnung als ich.Im Sinn von Sachkenntnis steht meist kein Artikel.
Ahnung und Ahnen: keine Verwandtschaft
Obwohl es ähnlich klingt, hat die Ahnung nichts mit den *Ahnen*, den Vorfahren, zu tun. Das Verb *ahnen* geht auf mittelhochdeutsch *anen* zurück, das unpersönlich gebraucht wurde: „es ant mir“ – etwa „es kommt mich an“. Zugrunde liegt die Präposition *an*. Das Gefühl kam also früher von außen über einen. Der *Ahn* dagegen stammt von althochdeutsch *ano* (Großvater).
Ist „Keine Ahnung“ unhöflich?
Nicht grundsätzlich, aber knapp. Höflicher klingt „Das weiß ich leider nicht“. Im Freundeskreis ist die kurze Form völlig normal.