Abt: der Vorsteher eines Klosters und „Vater“ der Mönche

Ein Abt ist der Vorsteher eines Klosters, besonders einer Abtei von Benediktinern oder Zisterziensern. Die weibliche Entsprechung ist die Äbtissin.

Der Abt leitet ein Kloster: Er wird meist von den Mönchen gewählt, sorgt für die Ordnung der Gemeinschaft und vertritt sie nach außen. In der Regel des heiligen Benedikt heißt es, er solle im Kloster die Stelle Christi vertreten. Der Titel bedeutet wörtlich „Vater“ – und genau so sollte der Abt für seine Brüder sorgen.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Abtmaskulin
Genitivdes Abt(e)sbeide korrekt
Pluraldie Äbtemit Umlaut
Femininumdie ÄbtissinPlural: Äbtissinnen
AbleitungenAbtei, äbtlichAbtei = von einem Abt geleitetes Kloster

Beispiele

Vom aramäischen „abba“ zum Abt

Das Wort hat eine lange Reise hinter sich. Am Anfang steht aramäisch *abba*, ein vertrautes Wort für „Vater“, das schon im Neuen Testament vorkommt. Über griechisch *abbas* und lateinisch *abbas, abbatis* gelangte es ins Althochdeutsche als *abbat*, das sich zu „Abt“ verkürzte. Die Verwandten sind in ganz Europa zu finden: englisch *abbot*, französisch *abbé* – wobei der *abbé* heute einfach einen Geistlichen bezeichnet.

Ist ein Abt dasselbe wie ein Bischof?

Nein. Ein Bischof leitet ein Bistum. Ein Abt leitet ein Kloster, trägt aber oft ähnliche Insignien wie Mitra und Stab.

Wie redet man einen Abt an?

Traditionell mit „Hochwürdigster Herr Abt“ oder schlicht „Vater Abt“; im Alltag genügt meist „Herr Abt“. Seine Mitbrüder sind die Mönche.

Quellen

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