Was bedeutet Zweifel? Unsicherheit zwischen zwei Möglichkeiten
Zweifel ist die Unsicherheit darüber, ob etwas wahr, richtig oder möglich ist. Wer zweifelt, kann sich nicht entscheiden, was er glauben soll.
Der Zweifel begleitet jede Entscheidung, die nicht ganz eindeutig ist. Schon im Wort steckt die Zahl zwei: Wer zweifelt, steht zwischen zwei Möglichkeiten. In der Wissenschaft gilt gesunder Zweifel als Tugend, im Alltag kann er lähmen.
- Unsicherheit, Bedenken. *Ich habe Zweifel, ob der Plan funktioniert.*
- Misstrauen gegenüber einer Aussage. *An seiner Ehrlichkeit gibt es keinen Zweifel.*
- Glaubenszweifel. *In der Krise kamen ihr Zweifel an ihrem Glauben.*
Formen
| Merkmal | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | der Zweifel | ein leiser Zweifel |
| Genitiv | des Zweifels | trotz des Zweifels |
| Plural | die Zweifel | Zweifel ausräumen |
| Verb | zweifeln | an etwas zweifeln |
| Adjektiv | zweifelhaft | ein zweifelhafter Ruf |
Beispiele
- Das ist ohne Zweifel das beste Restaurant der Stadt.„Ohne Zweifel“ und „zweifellos“ verstärken eine Aussage.
- Im Zweifel für den Angeklagten.Rechtsgrundsatz, lateinisch *in dubio pro reo*.
- Er zieht alles in Zweifel.Gehoben für „anzweifeln, infrage stellen“.
Herkunft
Das althochdeutsche *zwīfal* ist mit *zwei* verwandt und bedeutete ursprünglich etwa „zweifach, doppelt“. Gemeint ist ein Geist, der sich zwischen zwei Seiten teilt. Dieselbe Bildung findet sich im Gotischen *tweifls*. Auch das lateinische *dubium* hängt mit *duo* „zwei“ zusammen – die Idee der doppelten Möglichkeit ist also in mehreren Sprachen alt. Das Gegenteil des Zweifels ist die Gewissheit; eng verwandt ist die offene Frage, und wer zweifelt, steht vor einer Wahl.
Heißt es „an etwas zweifeln“ oder „etwas zweifeln“?
Richtig ist „an etwas zweifeln“: *Ich zweifle an seiner Geschichte.*
Was ist ein Zweifelsfall?
Ein Fall, in dem die Regel nicht eindeutig ist, etwa in der Rechtschreibung.