Korn: Getreide, Samen, Schnaps – und Kimme und Korn
Korn bezeichnet das Getreide auf dem Feld und ein einzelnes kleines Samen- oder Sandkorn. Als „der Korn“ meint man einen klaren Getreideschnaps, und beim Gewehr ist das Korn die vordere Zielhilfe.
Korn ist ein kleines Wort mit erstaunlich vielen Aufgaben. Auf dem Feld wächst Korn, im Vogelhaus liegen Körner, und an der Theke bestellt man „einen Korn“. Wer etwas „aufs Korn nimmt“, zielt darauf – das Bild stammt von Kimme und Korn am Gewehr. Der Artikel verrät, welches Korn gemeint ist.
- Getreide. *Das Korn steht dieses Jahr gut.*
- Einzelnes Samenkorn, kleines Teilchen. *Die Vögel picken die Körner auf.*
- Der Korn: Getreideschnaps. *Nach dem Essen gab es einen Korn.*
- Zielvorrichtung am Gewehr. *Er nahm den Hasen über Kimme und Korn ins Visier.*
Formen
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Getreide, Samen | das Korn | Neutrum |
| Schnaps | der Korn | Kurzform von Kornbranntwein |
| Plural | die Körner | für einzelne Samen |
| Diminutiv | das Körnchen | ein Körnchen Wahrheit |
| Komposita | Samenkorn, Sandkorn, Kornfeld | Korn als Grund- und Bestimmungswort |
Korn in Beispielsätzen
- In jedem Gerücht steckt ein Körnchen Wahrheit.Redensart, Diminutiv.
- Er warf die Flinte ins Korn.Redewendung: vorschnell aufgeben.
- Zwei Korn, bitte!Kneipensprache: Schnaps, Maskulinum.
Redewendungen
- die Flinte ins Korn werfen – mutlos aufgeben
- jemanden aufs Korn nehmen – jemanden kritisieren oder verspotten
- ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn – auch Ungeschickte haben manchmal Glück
- Für Brot wird das Korn zu Mehl gemahlen; der Korn als Getränk ist ein Schnaps aus Weizen, Roggen oder anderem Getreide.
Heißt es das Korn oder der Korn?
*Das Korn* ist das Getreide oder ein Samen. *Der Korn* ist der Schnaps, verkürzt aus *der Kornbranntwein*.
Was bedeutet Korn regional?
In vielen Gegenden meint *Korn* die wichtigste Getreideart der Region, im Norden oft Roggen, im Süden eher Dinkel oder Weizen.