Judas oder Verräter? Wie ein biblischer Name zum Schimpfwort wurde

Judas bezeichnet abwertend einen Verräter, besonders jemanden, der einen Freund hintergeht. Das Wort geht auf Judas Iskariot zurück, der Jesus nach den Evangelien verriet.

Wenn jemand im Deutschen ein Judas genannt wird, ist das ein harter Vorwurf: Er hat das Vertrauen eines Menschen missbraucht, der ihm nahestand. Ein Judas ist nicht irgendein Gegner, sondern der Freund, der die Seite wechselt. Der Ausdruck stammt aus dem Neuen Testament und ist so fest in der Sprache verankert, dass viele ihn ohne religiöse Bedeutung verwenden.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Judasmaskulin
Genitivdes Judasunverändert
Pluraldie Judasseselten
KompositaJudaskuss, Judaslohnbiblische Bilder
Stilebeneabwertendals Beschimpfung verletzend

Beispiele aus dem Alltag

Judaskuss und Judaslohn

Nach den Evangelien gab Judas den Soldaten mit einem Kuss das Zeichen, wen sie festnehmen sollten. Daraus wurde der Judaskuss: eine Geste scheinbarer Zuneigung, die in Wahrheit Verrat bedeutet. Der Judaslohn sind die dreißig Silberlinge, die er dafür bekam – heute jeder Lohn für eine schäbige Tat. Weil der Name so belastet ist, wird Judas als Vorname in Deutschland in der Regel nicht eingetragen.

Ist „Judas“ eine Beleidigung?

Ja, es unterstellt jemandem Verrat. In ernsten Situationen wirkt es sehr verletzend.

Gibt es eine weibliche Form?

Nein. „Judas“ wird auch für Frauen gebraucht, etwa: „Sie war der Judas in der Gruppe.“

Quellen

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