Grazie: Anmut in der Bewegung – und drei Göttinnen der Antike

Grazie bedeutet Anmut, also natürliche Schönheit und Leichtigkeit in Haltung und Bewegung. Die Grazien sind in der römischen Mythologie drei Göttinnen der Anmut.

Grazie beschreibt eine besondere Art von Schönheit: nicht die starre eines Bildes, sondern die leichte, fließende einer Bewegung. Man sagt es von Tänzerinnen im Ballett, Katzen oder Reitern. Grazie ist Schönheit, die sich bewegt. Das Wort klingt gehoben und wird im Alltag seltener gebraucht als das deutsche „Anmut“, doch im Bereich von Tanz und Kunst ist es fest zu Hause.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusdie Graziefeminin
Pluraldie Grazienv. a. für die Göttinnen
Adjektivgraziösanmutig, zierlich
Aussprache[ˈɡraːt͡si̯ə]deutsch, nicht italienisch
SynonymeAnmut, Eleganz, Liebreiz–

Beispiele

Achtung, falscher Freund: grazie aus Italien

Im Italienischen heißt *grazie* einfach „danke“. Beide Wörter stammen aber aus derselben Quelle: lateinisch *gratia*, „Gunst, Dank, Anmut“. Das Lateinische vereinte also Gefälligkeit und Dankbarkeit in einem Wort. Im Deutschen blieb davon die Anmut, im Italienischen der Dank. Auch das Wort *gratis* – wörtlich „um des Dankes willen“ – gehört zu dieser Familie. Verwandt im Sinn, nicht in der Herkunft, ist der Charme, der ebenfalls über das Französische kam.

Wie spricht man Grazie im Deutschen aus?

Dreisilbig: Gra-zi-e, mit z wie in Zahn. Das italienische „grazie“ klingt dagegen [ˈɡrattsje].

Wer waren die drei Grazien?

Nach der griechischen Sage Aglaia, Euphrosyne und Thalia, Göttinnen von Glanz, Frohsinn und Blüte; die Römer nannten sie Gratiae.

Quellen

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