Glatze: Wenn der Kopf glatt wird
Eine Glatze ist eine kahle Stelle auf dem Kopf oder ein vollständig haarloser Schädel, sei es durch Haarausfall oder Rasur. Umgangssprachlich meint das Wort auch einen kahlköpfigen Menschen.
Glatze verrät schon im Klang seine Herkunft: Das Wort ist mit *glatt* verwandt. Eine Glatze ist eben der Teil des Kopfes, der glatt geworden ist. Manche bekommen sie mit den Jahren, andere lassen sie sich beim Friseur bewusst schneiden. Mit dem Wort verbinden sich daher ganz unterschiedliche Bilder.
- Kahle Stelle auf dem Kopf. *Er hat schon eine kleine Glatze am Hinterkopf.*
- Vollständig kahler Kopf. *Seit dem Sommer trägt sie Glatze.*
- Umgangssprachlich: kahlköpfige Person. *Die Glatze da vorne ist mein Onkel.*
- Abwertend: Skinhead. *Vor dem Bahnhof standen ein paar Glatzen.*
Formen und Wortfamilie
| Form | Wort | Hinweis |
|---|---|---|
| Genus + Artikel | die Glatze | Femininum |
| Plural | die Glatzen | mit -n |
| Person | der Glatzkopf | umgangssprachlich |
| Adjektiv | glatzköpfig | neutral bis leicht scherzhaft |
| Komposita | Halbglatze, Stirnglatze | Glatze als Grundwort |
Glatze im Satz
- Mit vierzig bekam er eine Halbglatze.Neutral; Halbglatze = großer kahler Bereich.
- Sie ließ sich für die Rolle eine Glatze scheren.Fester Ausdruck: sich eine Glatze scheren lassen.
- Pass auf, dass dir die Sonne nicht auf die Glatze brennt!Scherzhaft, freundlich gemeint.
Wörter rund um den kahlen Kopf
- kahl – ohne Haare, Blätter oder Bewuchs; neutralstes Wort
- Glatze – das gängige Alltagswort für den kahlen Kopf
- Tonsur – geschorene Stelle bei Mönchen, früher ein Zeichen der Weihe
- Platte – salopp für Glatze, etwa „eine Platte haben“
- Ein Bart zur Glatze gilt heute als beliebte Kombination.
Ist Glatze ein Schimpfwort?
Für den kahlen Kopf nicht. Als Bezeichnung für Menschen kann es abwertend wirken, besonders im Sinne von „Skinhead“.
Woher kommt das Wort?
Aus dem Mittelhochdeutschen *glatz*, verwandt mit *glatt*. Gemeint war von Anfang an der „glatte“ Kopf.