Gemälde, Bild, Zeichnung – was ist was?
Ein Gemälde ist ein mit Farbe gemaltes Bild, meist mit Öl-, Acryl- oder Temperafarben auf Leinwand oder Holz, und gilt als eigenständiges Kunstwerk.
Ein Gemälde ist ein Bild, aber nicht jedes Bild ist ein Gemälde: Es muss gemalt sein, mit Pinsel und Farbe. Das Wort trägt das Malen schon in sich – Ge-mäl-de ist das Ergebnis des Malens. Wer Gemälde schafft, ist Maler oder Malerin.
- Gemaltes Kunstwerk. *Das Gemälde hängt im Louvre.*
- Anschauliche Schilderung (übertragen). *Der Roman ist ein Gemälde der Zwanzigerjahre.*
Formen
| Form | Wort | Beispiel |
|---|---|---|
| Genus | das Gemälde | ein wertvolles Gemälde |
| Genitiv | des Gemäldes | der Wert des Gemäldes |
| Plural | die Gemälde | alte Gemälde |
| Verb | malen | Er malt ein Bild. |
| Komposita | Ölgemälde, Gemäldegalerie | in der Gemäldegalerie |
Beispielsätze
- Das Gemälde wurde für mehrere Millionen Euro versteigert.Kunstmarkt, Nachrichtenstil.
- In der Gemäldegalerie hängen Werke alter Meister.Museumsname, z. B. in Berlin und Dresden.
- Sie betrachtete das Gemälde lange schweigend.Neutral, gehoben-erzählend.
Gemälde, Bild, Zeichnung
- Gemälde – mit Farbe gemalt, meist Öl oder Acryl, flächig.
- Zeichnung – mit Stift, Kohle oder Feder, eher linienhaft.
- Bild – Oberbegriff: Gemälde, Foto, Zeichnung, Druck.
- Wortbildung: Mittelhochdeutsch *gemælde* gehört zu *mālen*; das Präfix *ge-* bildet ein Substantiv für das Ergebnis, wie bei *Gebäude* (zu bauen).
- Berühmt ist Caspar David Friedrichs „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ in der Hamburger Kunsthalle – eines der bekanntesten Gemälde der deutschen Romantik.
Wie lautet der Plural?
Der Plural ist gleich: „die Gemälde“.
Ist ein Aquarell ein Gemälde?
Ja, im weiteren Sinn – es ist mit Wasserfarben gemalt. In der Fachsprache unterscheidet man aber oft zwischen Ölgemälde und Aquarell, und in einer Galerie werden beide gezeigt.