Was bedeutet bitter? Geschmack, Gefühl und Verstärkung

Bitter beschreibt einen herben, oft unangenehmen Geschmack, etwa von Kaffee oder Chicorée. Übertragen heißt es schmerzlich, enttäuschend oder verbittert; als Adverb verstärkt es: bitter nötig.

Bitter ist einer der Grundgeschmäcker, neben süß, sauer, salzig und umami. Wer schwarzen Kaffee oder ein herbes Bier trinkt, kennt ihn. Aus dem Geschmack wurde früh ein Gefühl: Eine bittere Erfahrung schmeckt man nicht auf der Zunge, sondern noch Jahre später im Gedächtnis.

Steigerung und Formen

FormWortBeispiel
Positivbitterein bitterer Nachgeschmack
KomparativbittererDieser Tee ist noch bitterer.
Superlativam bitterstendie bitterste Stunde
Substantivdie Bitterkeitohne Bitterkeit zurückblicken
VerbverbitternEr ist im Alter verbittert.

So steht es im Satz

Herkunft: verwandt mit beißen

Das Wort geht auf althochdeutsch *bittar* zurück und ist mit dem Verb *beißen* verwandt. Bitter bedeutete also ursprünglich etwa „beißend, scharf“. Diese Grundidee steckt noch in der Sprache der Lebensmittelchemie: Bitterstoffe in Enzian, Wermut oder Hopfen regen die Verdauung an, weshalb ein Kräuterbitter traditionell nach dem Essen getrunken wird. Im Englischen gibt es mit *bitter* ein gleich aussehendes Wort mit gleicher Herkunft – hier handelt es sich ausnahmsweise nicht um einen falschen Freund.

Wie steigert man bitter?

bitter, bitterer, am bittersten. In gebeugter Form fällt oft ein e weg: ein bittrer Geschmack ist möglich, aber seltener.

Ist „bitter nötig“ umgangssprachlich?

Nein. Die verstärkende Verwendung ist standardsprachlich und in allen Registern üblich.

Quellen

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