Was bedeutet Bildung? Mehr als Schulwissen

Bildung bezeichnet das Wissen, Können und die Urteilskraft, die ein Mensch durch Lernen und Erfahrung erwirbt, und den Vorgang dieser Entwicklung. Daneben meint das Wort allgemein das Entstehen oder Formen von etwas.

Kaum ein Wort ist im Deutschen so aufgeladen wie Bildung. Es meint nicht nur, was man in der Schule lernt, sondern wie ein Mensch durch Wissen und Erfahrung zu einer eigenen Persönlichkeit heranwächst. Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man vergessen hat, was man gelernt hat – so lautet ein oft zitierter Satz, dessen Urheber unklar ist.

Formen und Komposita

MerkmalFormBeispiel
Genusdie Bildungfeminin
Pluraldie Bildungennur für „Formen, Gebilde“
Verbbilden, sich bildensich weiterbilden
Adjektivgebildetein gebildeter Mensch
KompositaAllgemeinbildung, Weiterbildung, Wolkenbildungbeide Bedeutungen

Beispielsätze

Ein deutsches Konzept

Das Wort geht auf althochdeutsch *bildunga* zurück, „Schöpfung, Bildnis“: Gemeint war ursprünglich, dass der Mensch nach dem Bild Gottes geformt wird. Um 1800 machte Wilhelm von Humboldt daraus ein Programm: Bildung sei die möglichst vielseitige Entfaltung aller Kräfte eines Menschen, nicht bloße Berufsvorbereitung. Dieses Ideal prägte die Gründung der Berliner Universität 1810. Weil es im Englischen kein genaues Gegenstück gibt, ist *Bildungsroman* als Lehnwort ins Englische eingegangen – ein Roman über die innere Entwicklung eines jungen Menschen. Ein gutes Buch gilt seither als klassisches Mittel der Bildung.

Ist Bildung dasselbe wie Ausbildung?

Nein. Ausbildung bereitet auf einen Beruf vor, Bildung betrifft den ganzen Menschen.

Hat Bildung einen Plural?

Nur in der Bedeutung „Gebilde“: *Felsbildungen*, *Neubildungen*.

Quellen

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