Ehrgeiz – Antrieb zum Erfolg oder ungesunde Gier nach Anerkennung?

Ehrgeiz ist das starke Streben nach Erfolg, Anerkennung oder Leistung. Je nach Zusammenhang gilt er als Tugend, die antreibt, oder als übertriebener Drang, besser als andere zu sein.

Ehrgeiz treibt Sportlerinnen ins Training und Studenten in die Bibliothek. Das Wort hat aber zwei Gesichter: Lob und Vorwurf. Ein bisschen Ehrgeiz macht stark, zu viel Ehrgeiz macht einsam. Ob es positiv klingt, verraten meist die Adjektive davor.

Formen

MerkmalFormHinweis
Genusder Ehrgeizmaskulin
Genitivdes Ehrgeizes-es
Plural—nicht gebräuchlich
Adjektivehrgeizigehrgeiziger, am ehrgeizigsten
Personder Ehrgeizlingabwertend, selten

Beispiele

Herkunft: Geiz nach Ehre

Im Wort steckt *Geiz* in einer älteren Bedeutung: Mittelhochdeutsch *gīt* bzw. *gītec* hieß „Gier, gierig“. *Ehrgeiz* ist also wörtlich die Gier nach Ehre. Lange war das Wort deshalb eher ein Tadel, ähnlich wie lateinisch *ambitio*, das ursprünglich das „Herumgehen“ der Bewerber um Ämter bei den Wählern meinte. Heute sagt man im Deutschen oft auch *Ambition*. Gegenwörter sind *Gleichgültigkeit* und *Bescheidenheit*; eng verwandt ist die Hingabe an eine Aufgabe.

Ist Ehrgeiz positiv oder negativ?

Beides. Allein steht das Wort heute meist neutral bis positiv; mit Zusätzen wie *blind*, *krankhaft* oder *übertrieben* wird es negativ.

Was ist der Unterschied zwischen Ehrgeiz und Ambition?

Kaum einer in der Bedeutung. *Ambition* ist ein Fremdwort und wird oft im Plural verwendet: *politische Ambitionen*. *Ehrgeiz* ist das deutsche Erbwort.

Quellen

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